Mehr Forschung wagen
Seit zwei Jahren gibt es im Südtiroler Gesundheitsbetrieb den Dienst für Innovation, Forschung und Lehre. Was macht dieser Dienst und welche Aufgabe hat er? Und was hat es mit dem Kürzel IRTS auf sich?
„Das Ziel des Dienstes für Innovation, Forschung und Lehre des Südtiroler Sanitätsbetriebes ist es,“ so heißt es auf der Seite des Dienstes, „dem Gesundheitspersonal neue Chancen in den Bereichen Forschung
und Innovation zu bieten sowie Interessierten den Zugang zu einer qualifizierten medizinischen Ausbildung zu erleichtern.“ Und im Beschluss, mit dem der „Dienst für Innovation, Forschung und Lehre im Südtiroler Sanitätsbetrieb“ errichtet wurde, wird definiert, dass dieser die klinische Forschung im gesamten Sanitätsbetrieb fördern, die Teilnahme der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gesundheitsberufe an Forschungsprojekten sowie wissenschaftlich Tätige unterstützen soll. Darunter fällt auch die Unterstützung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei post-universitärer Weiterbildung wie etwa Masterlehrgänge und PhD.
Gleichzeitig soll der Dienst Anlaufstelle für studentische Angelegenheiten sowie Ansprechpartner für Universitäten auf internationaler Ebene sein. Grundsätzlich, so steht es im Beschluss weiter, soll der Dienst die Attraktivität des Forschungs- und Lehrstandorts Südtirol verbessern und die medizinische Versorgungsqualität fördern.
Was heißt das nun konkret für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Südtiroler Gesundheitsbetriebes? „Konkret bedeutet das“, so der geschäftsführende Primar des Dienstes, Michael Mian, „dass die Forschung innerhalb unseres Betriebes mehr Gewicht und Raum erhält und dass all jenen, die neben ihrer ‚normalen‘ beruflichen Tätigkeit Forschung betreiben wollen, dies erleichtert wird. Wir fungieren aber nicht nur als zentrale Anlaufstelle für Forschungswillige, sondern unterstützen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch bei ihrer Fortbildung, etwa bei der Erlangung eines PhD, eines Master oder bei der Habilitation.“ Nicht alles, was geplant ist, sei bereits umgesetzt, da der Dienst noch in der Aufbauphase sei, so Mian weiter. Trotzdem: Wer Forschung betreiben und sich fortbilden möchte, hat es bereits jetzt um einiges einfacher, Informationen und Unterstützung zu finden.
Aber nicht nur für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Südtiroler Sanitätsbetriebes will der neue Dienst Anlaufstelle sein, sondern auch für Medizinstudentinnen und Medizinstudenten, die ihre Famulatur, ihr klinisches praktisches Jahr in einem der Krankenhäuser des Südtiroler Gesundheitsbetriebes absolvieren möchten. Dazu wurde ein eigenes Online-Praktikumsportal für Medizinstudenten und -studentinnen eingerichtet. Dieses Portal soll dann in einem zweiten Schritt auf alle Studierenden - außer auf jene der Claudiana, da diese bereits anders organisiert sind - ausgedehnt werden.
Außerdem veranstaltet der Dienst alljährlich die „Summer School“, für die sich Medizinstudentinnen und -studenten bewerben können. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten bei dieser mehrtägigen Veranstaltung einen umfassenden Einblick in den Südtiroler Gesundheitsbetrieb sowie in die verschiedenen medizinischen Fachbereiche. Bei den Fachveranstaltungen und Fallbesprechungen im Rahmen der Summer School kommen die Studentinnen und Studenten in Kontakt mit Fach- und Allgemeinärzten. Und nicht zuletzt können bei der Summer School Kontakte zu Studenten und Studentinnen anderer Medizinuniversitäten geknüpft werden.
Neben der Summer School organisiert der Dienst laufend Fort- und Weiterbildungen für Praktikantinnen und Praktikanten sowie Info-Veranstaltungen für Studentinnen und Studenten und Jungmedizinerinnen und -mediziner.
Mit der Gründung des Dienstes für Innovation, Forschung und Lehre hat der Südtiroler Sanitätsbetrieb ein klares Zeichen Richtung Zukunft gesetzt. Neben der Erbringung der gesundheitlichen Dienstleistung tragen nun Forschung und Innovation dazu bei, dass die Qualität der Gesundheitsleistungen gesteigert wird. Michael Mian: „Mehr Forschung bedeutet auch, dass in den Sabes-Krankenhäusern Studien durchgeführt werden und so Patientinnen und Patienten Zugang zu Behandlungen und Medikamenten bekommen, den sie sonst nicht erhalten würden.“
Beim Dienst für Innovation, Forschung und Lehre angesiedelt ist auch das Ethikkomitee für die klinische Prüfung und Erprobung, der Südtiroler Fond zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (SFPR) sowie das Tumorregister.
Oft wird für die Bezeichnung des Dienstes das Kürzel IRTS benutzt. Was hat es damit auf sich? Eigentlich müsste die Abkürzung DIFL heißen – Dienst für Innovation, Forschung und Lehre. Mian: „Da wir uns sowohl im Bereich der Forschung als auch im Bereich der Lehre und Innovation meist im internationalen Umfeld bewegen, nutzen wir hauptsächlich die englische Bezeichnung für unseren Dienst, nämlich „Innovation, Research, Teaching Service“. Abgekürzt also IRTS.
Peter A. Seebacher
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IRTS
Der Dienst für Innovation, Forschung und Lehre im Internet:
https://home.sabes.it/de/IRTS.asp
Der Dienst für Innovation, Forschung und Lehre im Intranet:
https://sabes365.sharepoint.com/sites/mysabes/de/irts/Seiten/default.aspx