Eine Abteilung des Südtiroler Sanitätsbetriebes

Sterilitätszentrum

Das Sterilitätszentrum Bruneck ist eine öffentliche Struktur mit gesetzlichem Auftrag zur Versorgungsgewährleistung der Bevölkerung der Provinz Bozen und der Nachbarprovinzen. Paare aus dem übrigen Staatsgebiet haben entsprechend dem Gesetz der freien Arztwahl ebenfalls Zugang zu den Leistungen des Sterilitätszentrums soweit dessen Organisationsstruktur dieses ermöglicht.

Wo finden Sie uns?

Standort:
Spitalstraße 11
39031 Bruneck (BZ)

Sekretariat:

Montag - Freitag 9:00 - 16:00 Uhr

Leitung

Primar
Dr. Herbert Hanni

Pflegekoordinatorin
Martha Teissl

Weitere Kontakte

Psychologischer Dienst im Krankenhaus:
Spitalstraße 11, 39031 Bruneck
Dr.in Barbara Kaute
Tel. +39 0474 581 803
E-Mail: barbara.kaute@sabes.it

Schwerpunkte

Gemäß Beschluss der Landesregierung Nr. 171 vom 19.03.2024 ist die Zahl der durchgeführten Zyklen zu Lasten des Gesundheitsdienstes auf maximal vier Behandlungszyklen IUI (intrauterine Insemination) und maximal 6 Zyklen IVF/ICSI (In–vitro–Befruchtung) homolog und maximal 6 heterologe Zyklen IVF/ICSI beschränkt. Der Beschluss gilt auch für außerhalb der Provinz Bozen ansässige Paare.

Der Zugang zum Sterilitätszentrum Bruneck erfolgt nach dem Prinzip der Gleichheit, das heißt, unabhängig von Rasse, Sprache, Religion, sozialem oder wirtschaftlichem Status.

Medizinisches Leistungsangebot

Das Sterilitätszentrum Bruneck, Teil der gynäkologisch–geburtshilflichen Abteilung des Krankenhauses Bruneck, besteht seit 1993.

Der Beginn der reproduktionsmedizinischen Tätigkeit war nicht so sehr im Anbieten von aktuellsten Möglichkeiten in einem Teilgebiet der Gynäkologie begründet, sondern vielmehr als eine Hilfe und Erleichterung für Paare mit Kinderwunsch in unserem Land gedacht, da derartige Behandlungen bis zu diesem Zeitpunkt nur im Ausland möglich waren.  Nach bescheidenen Anfängen mit Zyklusmonitoring, intrauteriner Insemination, Beratung und Vorbereitung für IVF und ICSI im Ausland, war es nach kurzer Zeit möglich, das gesamte Spektrum  reproduktionsmedizinischer Techniken anzubieten.

Im Jahre 1996 wurde das erste Kind nach intratubarem Gametentransfer geboren, im Juni 1997 erfolgte die Geburt des ersten in Bruneck gezeugten „In-vitro-Babys“.

Ermöglicht wurde die Aktivität des Sterilitätszentrums durch den großen persönlichen Einsatz der MitarbeiterInnen der gynäkologisch-geburtshilflichen Abteilung einerseits und privater Geldgeber andererseits, welche einen beträchtlichen Anteil der für die Behandlung notwendigen Geräte ankauften.

Mit Beschluss der Landesregierung Nr. 2510 vom 30.07.2001 wurde der am Krankenhaus Bruneck bestehende Dienst der medizinisch unterstützten Befruchtung als landesweiter Dienst beauftragt mit gleichzeitiger Zusicherung der dafür erforderlichen personellen und apparativen Ressourcen.

Mit dem Beschluss Nr. 2010-A-000110 vom 11.05.2010 wurde der Name des Sterilitätszentrums Bruneck in „Zentrum für Reproduktionsmedizin und Kryokonservierung der Gameten“ geändert und die Tätigkeit des Zentrums in Hinblick auf die Kryokonservierung erweitert (Einfrieren von Samenzellen und Eierstockgewebe/ Eizellen bei onkologischen PatientInnen).

Im Rahmen der klinischen Reform des Südtiroler Sanitätsbetriebes wurde das Sterilitätszentrum Bruneck im November 2010 neuerlich als landesweites Zentrum für Reproduktionsmedizin und Kryokonservierung der Gameten bestätigt.

Psychologische Betreuung
Der unerfüllte Kinderwunsch kann eine erhebliche Belastung für eine Partnerschaft darstellen. Oft geht er mit Zweifeln an sich selbst und an der Beziehung einher, die beide Partner psychisch stark unter Druck setzen können. Wir bieten in unserer Kinderwunschambulanz die Möglichkeit, zum Thema Kinderwunsch psychologische Beratungsgespräche in Anspruch zu nehmen. Möglichen Belastungen vorzubeugen sowie bestehende Belastungen zu mildern, ist das Hauptanliegen unserer psychologischen Beratung.

Die psychologische Betreuung beinhaltet:

  • Unterstützende Gespräche über belastende Gedanken und Gefühle
  • Förderung der positiven und genussvollen Aktivitäten des Lebens
  • Vermittlung stressreduzierender Maßnahmen, Entspannungs- und Atemübungen
  • Förderung gemeinsamer Fähigkeiten des Paares
  • Erarbeitung gemeinsamer Lösungsansätze

Qualität und Zertifizierungen

Das Sterilitätszentrum Bruneck ist seit dem 3. Dezember 2003 ISO zertifiziert und arbeitet streng nach den Richtlinien UNI EN ISO 9001. In periodischen, internen und externen Audits wird eine kontinuierliche Qualitätsverbesserung sichergestellt. Durch regelmäßige Teambesprechungen, interne Schulungen, Teilnahme an nationalen und internationalen Fortbildungen wird ein hohes Maß an Qualität der angebotenen Leistungen und Abläufe garantiert.

Das ärztliche und nicht ärztliche Personal unterliegt der Schweigepflicht. Diese betrifft den persönlichen Umgang  und den Umgang mit persönlichen Daten.

Weitere Informationen

Ab wann spricht man von unerfülltem Kinderwunsch?
Wenn innerhalb von ein bis zwei Jahren trotz regelmäßigen, ungeschützten Geschlechtsverkehrs keine Schwangerschaft eingetreten ist.

Wie häufig ist das?
Zirka 10 – 15% aller Paare in Mitteleuropa bleiben ungewollt kinderlos. 

Was sind die Ursachen dafür?
Der unerfüllte Kinderwunsch betrifft beide Partner gleichermaßen. Statistisch sind in zirka 30 - 40% die Ursachen entweder beim Mann oder bei der Frau zu finden, bei zirka 15 – 30% der betroffenen Paare kann es an beiden Partnern liegen. Bei 5 – 10% der Paare lässt sich keine erkennbare Ursache finden.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Die Voraussetzung für eine gute Behandlung ist die sorgfältige Abklärung der Ursachen der Kinderlosigkeit. Je genauer diese erfolgt, umso erfolgsversprechender kann behandelt werden. Eine akkurate Kontrolle von Hormonwerten, eine Überprüfung der Eileiterdurchgängigkeit, eine Kontrolle der Gebärmutterhöhle mittels Gebärmutterspiegelung , die laparaskopische Behandlung einer Endometriose sowie eine gründliche Abklärung der männlichen Unfruchtbarkeit sind grundlegender und unverzichtbarer Bestandteil  der Kinderwunschbehandlung. Anhand der erhaltenen Befunde wird über die Art der Behandlung entschieden. Behandlungsmöglichkeiten ausführlich in der Patientenbroschüre.

Wie hoch sind die Chancen für ein eigens Kind?
Die individuelle Chance für die Erfüllung des Kinderwunsches hängt von der Schwere der Fruchtbarkeitsstörung und vor allem vom Alter der Frau ab. Es kann nicht oft genug wiederholt werden, dass die Fruchtbarkeit der Frau mit Mitte 30 deutlich und mit hoch 30 drastisch abnimmt. Bei schweren Formen der männlichen Unfruchtbarkeit ist die Chance auf ein eigenes Kind ebenfalls stark vermindert. Etwa 60 – 80% aller Paare kann zu einem eigenen Kind verholfen werden, wenn alle therapeutischen Möglichkeiten ausgeschöpft werden.

Ursachen für den unerfüllten Kinderwunsch
Nicht immer gibt es eine Erklärung, warum sich die langersehnte Schwangerschaft nicht einstellt. Die Ursachen sind bei beiden Partnern zu finden.
Das Alter und der Lebenswandel, insbesondere Über- und Untergewicht, Rauchen, Drogenkonsum, Konsum von Anabolika, übermäßiger Alkohol- und Kaffeekonsum und auch negativer Stress haben einen negativen Einfluss auf die Fruchtbarkeit. 

Ursachen bei der Frau

  • Störung der Eizellreifung
    Hormonelle Störungen und Fehlfunktionen können zu Störungen der Eizellreifung, Ausbleiben des Eisprungs und zu mangelhafter Gelbkörperhormonbildung führen.
  • Unfruchtbarkeit durch Schädigung des Eileiters
    Bei einem Drittel aller Patientinnen mit Kinderwunsch sind die Ursache teilweise oder komplett verschlossene Eileiter. Ursache dafür sind Entzündungen, vorausgegangene Eileiterschwangerschaften, Verwachsungen nach Operationen oder Endometriose.
  • Endometriose
    Die Endometriose ist eine gutartige Erkrankung bedingt durch das Wachstum von Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter. Die Folgen der Erkrankung können unter anderem Minderfunktion der Eierstöcke, Verwachsungen und Verklebungen im kleinen Becken, Fehlfunktion der Eileiter und Einnistungstörungen in die Gebärmutter sein.
  • Veränderungen der Gebärmutter
    Myomknoten (glatte Muskelknoten) der Gebärmutter können, je nach Lage, eine Schwangerschaft erschweren oder verhindern, ebenso kann die Einnistung durch das Vorhandensein von Trennwänden (Septen), Verwachsungen, Polypen im Bereich der Gebärmutterhöhle empfindlich gestört oder behindert werden.
  • Immunologische Faktoren
    Bildung von Antikörpern gegen Eizellen oder Spermien. In sehr seltenen Fällen kommt es im Gebärmutterhals zur Bildung von Antikörpern gegen die Samenzellen des Partners, sodass eine Befruchtung ausbleibt.
  • Psychosexuelle Ursachen

Ursachen beim Mann

  • Störungen der Spermienreifung
    Die häufigste Störung der männlichen Unfruchtbarkeit ist eine unzureichende Bildung von normal geformten, gut beweglichen Samenzellen in den Samenkanälchen der Hoden. Ursachen der Ausreifungsstörung der Spermien: genetisch (erbanlagebedingt), nicht oder spät behandelter Hodenhochstand in der Kindheit, Krampfadern (Varikozele) am Hoden, Mumpsinfektion. Weitere Ursachen sind Hormonstörungen, Umweltbelastung, Nikotin-, Drogen- und Anabolikaabusus. Auch akute Entzündungen können die Spermienqualität vorübergehend einschränken.
  • Störungen des Spermientransportes
    Die zwar ausreichend gebildeten Samenzellen können aufgrund von Anlagestörungen der Samenleiter (fehlende Samenleiter) oder aufgrund von Verklebungen der Samenleiter infolge von Entzündungen nicht in den Körper der Frau gelangen.
  • Psychosexuelle Ursachen

Ursachen bei beiden Partnern
Bei 15 – 30% der betroffenen Paare finden sich bei beiden Partnern Ursachen für eine ungewollte Kinderlosigkeit.

Behandlungsmöglichkeiten
Folgende Voraussetzungen müssen laut Gesetz 40/2004 für eine Kinderwunschbehandlung erfüllt sein:

  • Erwachsene heterosexuelle Paare, verheiratet oder in einer stabilen Lebensgemeinschaft lebend

Ausschlusskriterien:

  • Paare mit laufendem Trennungs-/Scheidungsverfahren; auch Paare, deren Partner in einer anderen Partnerschaft noch nicht gerichtlich getrennt sind
  • Einzelpersonen
  • Homosexuelle Paare

    Das italienische Sterilitätsmedizingesetz 40/2004 verbietet die Leihmutterschaft.

Wir beginnen mit einem ausführlichen Gespräch (Erstgespräch): ausführliche Befragung (Zyklus, bisherige Krankengeschichte, Medikamente usw.), Besprechung der bereits vorliegenden Befunde, eventuell Ultraschalluntersuchung, Planung von weiteren, noch notwendigen Abklärungen oder bereits Planung der Behandlung.

Die wesentlichen Behandlungsmöglichkeiten im Überblick:

Zyklusmonitoring: Beobachtung des natürlichen Zyklus durch regelmäßige Ultraschall-/Blutuntersuchungen

Hormontherapie: Regulierung des Eizellwachstums durch Medikamente, dabei regelmäßige Wachstumskontrolle der Eibläschen durch Ultraschall = hormonelle Stimulierung der Eierstöcke

Insemination homolog und heterolog: Einbringen von aufbereiteter Samenflüssigkeit mittels eines dünnen Katheters in die Gebärmutterhöhle (meist nach vorhergehender hormoneller Stimulation der Eierstöcke und Kontrolle des Eibläschenwachstums mit Ultraschall)

IVF = in vitro Fertilisation: Befruchtung außerhalb des Körpers. Nach Hormontherapie und Ultraschallkontrolle des Eibläschenwachstums Entnahme der Eizellen aus dem Körper, Zusammenbringen von Ei- und Samenzellen im Reagenzglas und nach drei bis fünf Tagen im Brutschrank Rückgabe der befruchteten Eizellen = Embryonen in die Gebärmutterhöhle

ICSI = Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (homolog und heterolog): Befruchtung außerhalb des Körpers. Nach Hormontherapie und Ultraschallkontrolle des Eibläschenwachstums Entnahme der Eizellen aus dem Körper, Einbringen einer Samenzelle in die Eizelle im Reagenzglas und nach drei bis fünf Tagen im Brutschrank Rückgabe der befruchteten Eizellen = Embryonen in die Gebärmutterhöhle

PICSI = physiologische ICSI

MESA/TESE/PESA: Sind im Samenerguss keine Spermien enthalten, so bedeutet das nicht zwangsläufig, dass im Hoden keine Samenzellen gebildet werden. Oft befinden sich im Hoden oder Nebenhoden befruchtungsfähige Spermien. Nach andrologischer Abklärung bieten wir an unserem Zentrum folgende Techniken zur Samengewinnung an:

  • PESA = Perkutane Spermienaspiration: Gewinnung von Samenzellen mittels Feinnadelaspiration aus dem Hoden
  • MESA = Gewinnung von Spermien aus dem Nebenhoden durch einen kleinen chirurgischen Eingriff
  • TESE = Gewinnung von Spermien aus dem Hoden durch einen kleinen chirurgischen Eingriff

Bei all diesen Techniken ist zur Befruchtung eine ICSI nötig, das durch die Eingriffe gewonnene Gewebe kann tiefgefroren = kryokonserviert werden.

Kryokonservierung: Wir bieten die Kryokonservierung von Samenzellen, Eizellen und Embryonen (laut Gesetz 40/2004 und Decisione della Corte Costituzionale 152/2009) an. Die Zellen werden bei - 196° C in flüssigem Stickstoff eingefroren. Näheres siehe Informationsbroschüre Patienteninformation und Broschüre Kryokonservierung.

Links:

Adoption:

Ambulatorien

Wo

Dritter Stock, Trakt C

Wann

Montag-Freitag 9:00 - 16:00 Uhr

Vormerkung

Tel. 0474 581 840, Montag-Freitag 9:00 - 12:00 Uhr und 13:00 bis 16:00 Uhr

Zugang

ohne Bewilligung des Hausarztes oder des Abteilungsarztes

Letzte Aktualisierung: 20/01/2026