Synzytial-Virus Vorsorge

Das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) ist ein Erreger von Atemwegsinfektionen bei Säuglingen und Kleinkindern unter einem Jahr. Besonders im ersten Lebensjahr kann es zu schweren Krankheitsverläufen wie Bronchiolitis oder Lungenentzündung kommen, die in manchen Fällen sogar einen Krankenhausaufenthalt erforderlich machen.

Das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) kann bei Säuglingen und Kleinkindern unter einem Jahr schwere Atemwegserkrankungen verursachen. Dazu gehören die Lungenentzündung und vor allem die Bronchiolitis. 

Eine Bronchiolitis ist eine Infektion, die die Bronchiolen, d. h. die äußersten, feinen Verzweigungen in den unteren Atemwegen, betrifft. Die mit der Infektion einhergehende Entzündung führt zunächst zu einer leichten Verstopfung der Nase mit etwas Husten und Fieber, kann aber innerhalb von 4 bis 5 Tagen zu Atemnot führen. Zu den häufigsten Symptomen gehören Husten, laufende Nase, Fieber und Kurzatmigkeit; es können aber auch Appetitlosigkeit, Reizbarkeit oder Schläfrigkeit auftreten. Schwerere Atemwegsinfektionen machen eine Aufnahme im Krankenhaus notwendig und können zu ernsthaften Komplikationen führen.

Die RSV-Saison geht in der Regel von Oktober bis April.

Was sind die Symptome einer RSV-Infektion?

Das RSV wirkt sich auf die verschiedenen Altersgruppen unterschiedlich aus. Zu den häufigsten Symptomen der Infektion gehören folgende:

  • Husten
  • Niesen
  • Fieber
  • laufende Nase
  • keuchender Atem

Neugeborene, die am RSV erkranken, können verschiedene Symptome aufweisen:

  • Reizbarkeit
  • Appetitlosigkeit
  • Veränderungen des Atemrhythmus
  • Apnoe (vorübergehende Atempausen, insbesondere im Schlaf)

Bei Kindern unter fünf Jahren kann das RSV auch zu folgenden Symptomen führen:

  • schnelle Atmung
  • Schwierigkeiten beim Schlucken
  • Sepsis

Was sind Komplikationen einer RSV-Infektion?

Obwohl in den meisten Fälle eine RSV-Infektion harmlos verläuft, kann sie bei Risikokindern Vorerkrankungen verschlimmern und bei zuvor gesunden Kindern schwerwiegende Komplikationen verursachen, die lebensbedrohlich sein können. Zu den Komplikationen gehören Bronchiolitis, Entzündungen der unteren Atemwege und Lungenentzündung.

Bei Säuglingen und Kleinkindern gehören Atembeschwerden zu den Anzeichen einer RSV-Infektion, die dringend ärztliche Hilfe erfordert. Kurze, flache Atemzüge, Aufblähen der Nasenlöcher beim Einatmen, geräuschvolles Atmen, Atempausen und ein Zusammenziehen des Brustkorbs weisen darauf hin, dass dringend medizinische Hilfe benötigt wird. Ein besonderes Alarmzeichen ist eine Blau- oder Graufärbung der Lippen, des Mundes oder der Nägel, da dies Anzeichen für einen sehr niedrigen Sauerstoffgehalt im Blut ist. 

Bei Säuglingen kann es auch zu einer Sepsis kommen, die eine Reihe von Symptomen wie Blutdruckabfall, beschleunigte Herzfrequenz und Fieber hervorrufen kann. Bei älteren Patienten mit RSV-Infektion können Komplikationen wie die Verschlechterung einer chronischen obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) und einer Herzerkrankung auftreten.

Wie verbreitet sich das RSV?

Das RSV wird von Mensch zu Mensch durch Partikel und Tröpfchen übertragen, die durch eine infektiöse Person beim Atmen, Sprechen, Husten oder Niesen in die Luft gelangen. Auch durch engen Kontakt – wie das Küssen zwischen Eltern und Kindern – wird das Virus übertragen. 

Das RSV kann sich auch ausbreiten, wenn Tröpfchen aus der Atemluft auf Oberflächen gelangen, die andere Menschen berühren. Diese Personen können sich infizieren, indem sie das Virus mit ihren Händen aufnehmen und sich damit an Nase, Mund oder Augen berühren. Dies ist ein häufiger Übertragungsweg bei Säuglingen und Kleinkindern, die infizierte Oberflächen und Spielzeuge berühren oder in den Mund nehmen.

Die Symptome treten in der Regel zwei bis acht Tage nach der Ansteckung auf.

Bei wem besteht das Risiko einer RSV-Infektion?

Eine RSV-Infektion kann Menschen jeden Alters betreffen, und fast alle Kinder infizieren sich bis zum Alter von zwei Jahren.

Zu den am meisten gefährdeten Personen gehören Frühgeborene und Säuglinge unter sechs Monaten, Menschen über 65 Jahren und Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder Vorerkrankungen wie Diabetes, Herz- und Lungenerkrankungen.

Wie kann einer Infektion durch das RSV vorgebeugt werden?

Im Jahr 2023 hat die Europäische Union das Medikament Nirsevimab als Schutz vor RSV-Erkrankungen für Säuglinge bis zu 6 Monaten zugelassen.

Die allgemeinen Präventionsmaßnahmen sind die gleichen wie bei den meisten anderen respiratorischen Viren. Maßnahmen wie Husten und Niesen in die Armbeuge, Händewaschen, und Kontaktreduktion bzw. zu Hause bleiben bei Symptomen einer Atemwegsinfektion wie Schnupfen, Husten oder Halsschmerzen können dazu beitragen, die Ausbreitung des RSV einzudämmen und Menschen mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf zu schützen. 

Wie wirkt das neue Medikament und wie wird es verabreicht?

Das neue Medikament namens Nirsevimab ist ein monoklonaler Antikörper, der intramuskulär verabreicht wird. Die verabreichte Dosis richtet sich nach dem Gewicht des Kindes.

Was ist der Nutzen des Medikaments?

Nirsevimab führt zu einer bis zu 80-prozentigen Verringerung von Atemwegsinfektionen, die eine ärztliche Behandlung erfordern, und zu einer 77-prozentigen Verringerung der durch RSV-Infektionen verursachten Krankenhausaufenthalte.

Welche Nebenwirkungen kann das neue Medikament verursachen?

Nirsevimab wird in der Regel gut vertragen. Nach der Verabreichung können vorübergehend Hautausschläge , Reaktionen an der Einstichstelle (wie z. B. Rötung, Schwellung und Schmerzen) oder Fieber auftreten. Die Reaktionen auf die RSV-Prophylaxe sind selten und klingen normalerweise innerhalb weniger Tage ab. 

Für wen wird das neue, monoklonale Medikament angeboten?

Die Prophylaxe ist kostenlos für alle Babys, die zwischen 1. Oktober 2025 und 31. März 2026 in einem Geburtszentrum zur Welt kommen, sowie für Säuglinge ohne Risikofaktoren, die nach dem 1. April 2025 geboren wurden, und für Kleinkinder mit Risikofaktoren, z.B. Frühgeborene oder Kinder mit angeborenen Atemwegs- oder Herzerkrankungen oder Immunschwäche, die zum Zeitpunkt der Einführung der Maßnahme unter zwei Jahre alt sind.

Ort und Vormerkung

  • Kinderärztinnen und Kinderärzte freier Wahl,
  • Impfzentren des S.I.S.P.: telefonisch über die landesweite einheitliche Vormerkstelle (ELVS): (0471, 0472, 0473, 0474) 100 100;

Kontakte

Betrieblicher Dienst für Hygiene und Öffentliche Gesundheit S.I.S.P.

Adresse:
Dantestraße 51
39042 Brixen (BZ)

Öffnungszeiten

Montag-Freitag 8:20 - 12:00 Uhr und 13:20 - 16:30 Uhr 

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sisp.me@sabes.it (Nebenstelle Meran)
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sisp.bk@sabes.it (Nebenstelle Bruneck)

Dr.in Silvia Spertini

Direktorin einer komplexen Struktur

Amba-Alagi-Straße 33
39100 Bozen (BZ)
Tel.: +39 0471 439 211

Dr.in Ursula Braun

Pflegekoordinatorin

Dantestraße 51
39042 Brixen (BZ)
Tel.: +39 0472 812 460