Freundlichkeit spricht alle Sprachen!
Der Südtiroler Sanitätsbetrieb setzt sich aktiv gegen Gewalt im Gesundheitswesen ein und sensibilisiert mit der Kampagne „Respect“ für einen respektvollen, freundlichen Umgang – im Interesse von Personal, Patientinnen und Patienten.
Freundlichkeit und Respekt
Das Gesundheitspersonal setzt sich tagtäglich für die Gesundheit der Menschen ein. Leider wird es immer häufiger Opfer von verbalen und körperlichen Angriffen durch Patientinnen und Patienten oder Angehörige. Daher hat sich der Sanitätsbetrieb der Kampagne „Respect“ der Südtiroler Landesverwaltung angeschlossen. Die Bevölkerung soll dafür sensibilisiert werden, die Würde und die psychophysische Unversehrtheit der Gesundheitsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter zu schützen. Der Sanitätsbetrieb hat Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz des medizinischen und pflegerischen Personals eingeführt und in einigen heiklen Bereichen Bilder zum Thema „Freundlichkeit“ angebracht. Dieses Wort wird in 11 verschiedenen Sprachen dargestellt. Damit soll verdeutlicht werden, dass Freundlichkeit immer die korrekte und universelle Umgangsform sein muss, unabhängig von der eigenen kulturellen Herkunft.
Gewalt am Arbeitsplatz
Unter Gewalt am Arbeitsplatz versteht man jene Ereignisse, in denen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in arbeitsbezogenen Situationen bedroht, angefeindet oder misshandelt werden und daraufhin eine Gefahr für ihre Sicherheit, ihr Wohlbefinden und ihre Gesundheit besteht.
Der Gesundheitssektor gehört zu den Bereichen,in denen der Dienst am häufigsten gestört und unterbrochen wird.
In Gesundheitseinrichtungen wird Gewalt gegen Beschäftigte überwiegend von Patienten und Patientinnen oder ihren Angehörigen ausgeübt und kann auf unerfüllte Erwartungen, Machtungleichgewicht und Frustrationen sowohl auf Seiten der Patienten/Patientinnen als auch der Beschäftigten zurückzuführen sein.
Um wirksame Präventions- und Schutzmaßnahmen zu entwickeln, ist es entscheidend, die Ursachen für eine Gewalttat zu verstehen, z.B. die Angst und Sorge des Patienten/der Patientin oder den Arbeitsdruck und -stress des/der Mitarbeitenden. Das Erkennen von Emotionen und zwischenmenschlichen Dynamiken spielt eine entscheidende Rolle bei der Minderung von Risiken und der Förderung eines sicheren und respektvollen Arbeitsumfelds.
Darum sollten wir über Freundlichkeit sprechen
Freundlichkeit ist ein wichtiges Element, das zur Deeskalation gewalttätiger Haltungen beiträgt, da sie Spannungen löst und gleichzeitig die Grundlage zum Zuhören bildet, um Verständnis für die gegenseitigen Bedürfnisse zu schaffen. Ein auf Freundlichkeit basierender Umgang fördert Respekt und Empathie und ist wichtig für die Deeskalation möglicher Konflikte und die Förderung eines positiven Miteinanders.
Freundlichkeit trägt dazu bei, das Gesundheitswesen angenehmer und sicherer zu gestalten, sodass sich das Personal wertgeschätzt und die Patienten in der Äußerung ihrer Anliegen wohler fühlen. Neuroimaging-Studien haben gezeigt, dass bei jeder menschlichen Interaktion neuronale Schaltkreise aktiviert werden. Diese dienen dazu, Situationen zu bewerten und auf die Emotionen anderer durch die Aktivierung der sogenannten Spiegelneuronen zu reagieren. Diese Schaltkreise werden vorzeitig aktiviert, d.h. sie werden aktiviert, bevor der präfrontale Kortex ihnen eine bewusste Bedeutung zuschreiben kann. Daher kann die ruhige, sanfte, nicht reaktive Haltung von Person "B" dazu beitragen, Person "A" unbewusst zu beeinflussen und ein mögliches aggressives Verhalten zu entschärfen oder zumindest nicht zu befeuern.
Wie man die Freundlichkeit fördert
Jeder von uns kann dazu beitragen, ein sichereres und freundlicheres Umfeld im Gesundheitswesen zu schaffen, indem wir unsere Emotionen bewusst steuern. Emotionales Bewusstsein und die Fähigkeit, die eigenen Gefühle angemessen auszudrücken, sind wirksame Werkzeuge zur Vorbeugung von Konflikten und Aggressionen. Eine empathische und aufgeschlossene Kommunikation, aktives Zuhören sowie Freundlichkeit und Verständnis können das zwischenmenschliche Verhältnis erheblich verändern.
Wichtig ist, dass alle Mitarbeiter/Mitarbeiterinnen des Gesundheitswesens und die Patienten/Patientinnen zusammenarbeiten, um ein Klima des gegenseitigen Respekts zu schaffen, damit Sorgen und Ängste frei und ohne Wertung geäußert werden können. Gemeinsame Bemühungen Emotionen zu erkennen und mit ihnen richtig umzugehen, können eine positive Veränderung der Beziehungen im Gesundheitswesen fördern.
Dabei sollen Herausforderungen offen und verständnisvoll angegangen und die Beziehungen mit den Mitmenschen gepflegt werden.
Diese Grundsätze verbessern nicht nur die alltäglichen Beziehungen, sondern legen auch den Grundstein für ein widerstandsfähigeres Gesundheitssystem, das in der Lage ist, mit Empathie und Professionalität auf die Bedürfnisse aller einzugehen, Gewaltvorfälle zu minimieren und die Pflegeerfahrung für Patienten/Patientinnen und Pflegepersonal zu verbessern.
Helfen Sie uns, die Freundlichkeit in den Gesundheitseinrichtungen zu fördern!
Weitere Informationen zur Kampagne "Respect" sind auf der Webseite der Autonomen Provinz Bozen verfügbar.
Um der Wert der Freundlichkeit im Alltagsleben zu fördern, hat das Einheitliche Garantiekomitee für Chancengleichheit, die Aufwertung des Wohlbefindens der Bediensteten und gegen die Diskriminierung einen Kalender für das Jahr 2025 vorbereitet. Der Kalender ist sowohl als Wand- als auch als Tischkalender zum Herunterlanden bereit.