Gib die Eier weiter

18.04.2024, 13:30

„Passa le uova“, also „reich die Eier weiter“, das sollte irgendwo auf der italienischen Sabes-Website stehen. Das behauptete zumindest ein aufmerksamer Bürger in seiner süffisanten E-Mail an den Sanitätsbetrieb.

Foto: 123rf
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Zum Beweis waren der E-Mail auch noch mehrere Screenshots dieses Fauxpas beigelegt. Tenor des Schreibens: Ist ja recht lustig, diese Übersetzung, aber was zu weit geht, geht zu weit! Große Aufregung in der Abteilung Kommunikation! Wie konnte so etwas passieren? Und wie könnte der übersetzte Satz original in Deutsch heißen? Denn augenscheinlich hat da jemand einen ziemlichen Übersetzungsfehler ins Netz gestellt. Wie peinlich! Und natürlich müsste man dem aufmerksamen Bürger antworten und sich für den Fehler entschuldigen. Doch vorher muss die Seite mit dem Fehler gefunden und die Übersetzung korrigiert werden.

Glücklicherweise war auf den mitgesandten Screenshots die Web- Adresse sichtbar und so konnte die Seite schnell gefunden werden – und stellte sich als perfekt übersetzt heraus. Wie war das möglich? Dann der Hinweis des IT-Fachmanns des Vertrauens: Hat der Bürger etwa die deutsche Seite aufgerufen und gleichzeitig die automatische Google-Übersetzung im Browser aktiviert? Möglich, also gleich überprüfen. Und tatsächlich: Aus der deutschen Überschrift „Passeier“ auf www.sabes.it wird im GoogleÜbersetzer nicht „Val Passiria“, wie es korrekt auf der italienischen Seite heißt, sondern „Passa le uova“. Moral von der Geschichte: Nicht jede künstliche Intelligenz ist intelligent genug, um „Passeier“ korrekt zu übersetzen. Und: eine aktivierte automatische Übersetzung kann ziemlich Verwirrung stiften.

Peter A. Seebacher