Geschult für die EGA 2.0

10.10.2024, 07:00

Die Einführung der Elektronischen Gesundheitsakte (EGA) 2.0 ist bereits am Laufen. Damit die Personen, die damit arbeiten, das Beste aus dieser neuen digitalen Plattform herausholen können, sind verschiedene Stufen geplant.

Im Rahmen des italienischen Aufbauund Resilienzplans (Piano Nazionale di Ripresa e Resilienza, PNRR) wurden 15,62 Milliarden Euro für die „Gesundheitsmission“ (Missione Salute) bereitgestellt, die sich auf die Modernisierung und Digitalisierung des nationalen Gesundheitsdienstes konzentriert. Südtirol erhält davon 2,4 Millionen Euro für Schulungsund Kommunikationsmaßnahmen. Im Zentrum steht dabei die Einführung der Elektronischen Gesundheitsakte (EGA) 2.0, die eine bessere Interoperabilität und Zugänglichkeit im gesamten Gesundheitssektor gewährleistet. In diesem Zusammenhang wurde ein detaillierter Schulungsplan entwickelt, der auf verschiedene Zielgruppen ausgerichtet ist, darunter Führungspersonal, Key User („Schlüsselanwender“) sowie allgemeines Gesundheitspersonal. Die Fortbildung umfasst verschiedene Module, die Themen wie digitale Unterschrift, Datenschutz, sichere Nutzung des FSE 2.0 und die Handhabung von Gesundheitsdaten abdecken. Dabei ist es wichtig zu betonen, dass die Schulung ein entscheidender Faktor für die erfolgreiche Implementierung der EGA 2.0 ist. Alle betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen die nötigen Kompetenzen erwerben, um das System effizient nutzen zu können. Dabei gilt es keine Zeit zu verlieren, denn bis Ende 2025 muss einer großen Anzahl des Gesundheitspersonals das entsprechende Wissen vermittelt werden, um so den Planungsvorgaben zu entsprechen.

Schon gestartet

Bereits mit Juni 2024 begann der Schulungsreigen mit einem Workshop über das Weiterbildungsprogramm zur Elektronischen Gesundheitsakte für die Spitzenführungskräfte des Südtiroler Sanitätsbetriebes sowie des Ressorts für Gesundheitsvorsorge und Gesundheit. Dabei wurde die Wichtigkeit dieses Digitalisierungsprojektes noch einmal unterstrichen. Die sogenannten Key-User spielen in der Fortbildung eine Schlüsselrolle, denn diese sollen später auch als Tutoren fungieren. Wer sind nun diese Key- User? Dabei handelt es sich um rund 70 Personen, die von den Leitern komplexer Organisationseinheiten ausgewählt wurden. Dazu zählen etwa zahlreiche Fachkräfte im Gesundheitswesen, welche die Elektronische Gesundheitsakte (EGA) im ganzen Land nutzen, darunter etwa die Allgemeinmediziner und -medizinerinnen, die Kinderärzte und -ärztinnen freier Wahl sowie Apotheker/Apothekerinnen und Fachkräfte in vertraglich gebundenen privaten Einrichtungen. Während die Fortbildung für Apotheker/Apothekerinnen sowie Fachkräfte in vertraglich gebundenen privaten Einrichtungen erst für das Jahr 2025 geplant ist, ist jene für die Fachkräfte bereits diesen Herbst angelaufen.

Die Schulungspyramide

Die Fortbildungen sind stufenförmig aufgebaut. Die erste Stufe orientiert sich an den Anforderungen und Richtlinien des Departments für digitale Transformation des Gesundheitsministeriums und umfasst allgemeine Informationen über das Projekt EGA 2.0 sowie die Bedeutung der digitalen Unterschrift, die für die Einführung der Gesundheitsakte essenziell ist, da gesetzlich vorgeschrieben. Die Module decken Themen wie die Nutzung der EGA, deren Vorteile für die Bürgerinnen und Bürger, die Einhaltung ethischer und datenschutzrechtlicher Vorgaben sowie Cybersicherheit ab. Die zweite Stufe behandelt spezialisierte Inhalte, die auf das jeweilige Berufsfeld zugeschnitten sind. Dazu gehören beispielsweise die vom EGA-Portal angebotenen Dienste, die klinische Dokumentation sowie die Aktenführung. Die dritte Stufe ist nur für bestimmte Berufsgruppen im Gesundheitswesen vorgesehen und zielt darauf ab, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu helfen, das erworbene Wissen in der Praxis anzuwenden und es weiterzugeben. Etwa durch die Organisation von EGA-Workshops oder Diskussionen am Runden Tisch. Diese Fortbildung richtet sich ausschließlich an Key-User.

Peter A. Seebacher