"GEMEINSAM mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern werde ich meinen vollen Einsatz geben"
Am 12. März 2024 wurde Christian Kofler als neuer Generaldirektor des Südtiroler Sanitätsbetriebes der Öffentlichkeit vorgestellt. In seiner Antrittsrede hat der neue Generaldirektor die wichtigsten Punkte und Ziele genannt, die Sie im Folgenden nachlesen können.
Die Bedeutung der Übernahme dieser Aufgabe und mit welchen Herausforderungen das Amt des Generaldirektors des Südtiroler Sanitätsbetriebes einhergeht, ist mir sehr wohl bewusst.
Der Südtiroler Sanitätsbetrieb ist in letzter Zeit immer wieder in Turbulenzen geraten, aus unterschiedlichen Gründen.
Es ist notwendig, den Südtiroler Sanitätsbetrieb wieder in ruhige Fahrwasser zu bringen und für die nötige Ruhe zu sorgen, damit die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die tagtäglich mit großem Einsatz zum Wohle der Patientinnen und Patienten und für die Südtirolerinnen und Südtiroler ihr Bestes geben, sich wieder auf ihre tägliche Arbeit konzentrieren können und dabei von der Führungsspitze auch entsprechend unterstützt werden.
Dieser Verantwortung bin ich mir im Klaren und ich werde mich mit vollem Einsatz und mit allen Kräften bemühen, damit dies auch gelingt.
Es gibt einige Themenbereiche, die es anzugehen gilt und es müssen die entsprechenden Voraussetzungen geschaffen werden, damit diese einer zufriedenstellenden Lösung zugeführt werden. Nicht alles wird von einem Tag auf den anderen gehen, aber es muss gelingen, die vordringlichsten Themenbereiche anzugehen:
Die wohnortnahe Versorgung muss unbedingt gestärkt, die Grund-versorgung in all ihren Facetten gemeinsam mit den Ärztinnen und Ärzten für Allgemeinmedizin sowie den Kinderärztinnen und –ärzten freier Wahl entsprechend ausgebaut werden. Die Erbringung verschiedener Gesundheitsleistungen muss vermehrt zu den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort gebracht und die Tätigkeiten aus den Krankenhäusern müssen in die Sprengel verlagert werden. Dazu bietet der Nationale Aufbau- und Resilienzplan (PNRR) die entsprechenden Möglichkeiten, die es zu nutzen gilt.
Die Digitalisierung, die seit vielen Jahren eine Dauerbaustelle darstellt, muss vorangetrieben und die verschiedenen Problematiken müssen gelöst werden, damit die Digitalisierung und Informatisierung zu dem wird, was sie sein soll: eine Hilfestellung und eine Erleichterung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie eine Vereinfachung für die Bürgerinnen und Bürger. Dies wird nicht sofort überall möglich sein, aber in zwei bis drei Jahren muss dieser entscheidende Bereich der heutigen Zeit entsprechend einer positiven und zufriedenstellenden Lösung zugeführt werden.
Auch das Thema Wartezeiten ist anzugehen. In der Notaufnahme, aber auch bei allen anderen Gesundheitsleistungen. Hier bedarf es zum einen neuer Ansätze, aber vor allem der Mitarbeit und Unterstützung aller Beteiligten. Ein Immer-mehr ist in der heutigen Situation nicht mehr machbar, wobei hier nicht die finanziellen Mittel den Ausschlag geben, sondern vor allem die personellen Ressourcen. Hier gilt es natürlich in erster Linie strukturelle und organisatorische Abläufe zu optimieren, aber vor allem auch im Rahmen der Prävention die Bevölkerung frühzeitig miteinzubeziehen, damit auch in Zukunft die nötigen Gesundheitsleistungen erbracht werden können. Denn es geht darum, im Rahmen der Angemessenheit, den Menschen vonseiten des öffentlichen Gesundheitsdienstes sämtliche notwendigen Gesundheitsleistungen zukommen zu lassen. Ziel muss es deshalb und in diesem Zusammenhang sein, allen Bürgerinnen und Bürgern, unabhängig vom sozialen Status, die gesundheitliche Versorgung weiterhin flächendeckend zu garantieren. Denn vergessen wir nicht, es geht um die Schwächsten in der Gesellschaft, um kranke Menschen, die Hilfe brauchen. Diese zu gewährleisten, ist unsere Aufgabe.
Es gibt noch viele weitere Themenbereiche, die zu lösen sind, aber vordringlich und in erster Linie gilt es, die drei vorgenannten wesentlichen Bereiche anzugehen. Auf diese wird in den kommenden zwei bis drei Jahren das Hauptaugenmerk gerichtet sein. Einige Dinge können sicherlich rasch umgesetzt und verbessert werden, andere hingegen werden mehr Zeit in Anspruch nehmen. Dafür gilt es auch die entsprechenden organisatorischen Maßnahmen zu treffen.
Das Amt des Generaldirektors ist keine einfache Aufgabe, besonders in der derzeitigen Situation. Ich bin mir der Herausforderung bewusst, aber ich bin zuversichtlich – und dies ist auch meine tiefste Überzeugung – dass es gelingen kann, den Südtiroler Sanitätsbetrieb wieder auf Kurs zu bringen und für die Zukunft zu rüsten. Diese Aufgabe kann ich als Generaldirektor natürlich nicht alleine schaffen, sondern nur gemeinsam mit einem guten Führungsteam und vor allem mit den vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die im Südtiroler Sanitätsbetrieb tagtäglich nach bestem Wissen und Gewissen und mit innerer Überzeugung ihre tägliche Arbeit zum Wohle der Patientinnen und Patienten verrichten, kann und wird dies gelingen.
Dabei gilt es, die Gestaltungsmöglichkeiten, gemeinsam mit den politisch Verantwortlichen, zu nutzen und die verschiedenen im Gesundheitsbereich tätigen Personen, angefangen bei den Ärztinnen und Ärzten für Allgemeinmedizin sowie den Kinderärztinnen und -ärzten freier Wahl, welche der erste Ansprechpartner vor Ort sind, miteinzubeziehen. Aber auch die Interessensverbände, die im Gesundheitsbereich tätig sind und nicht zuletzt auch die verschiedenen privaten Gesundheitsdienstleister, sind im Rahmen einer allumfassenden Gesundheitsversorgung zu berücksichtigen.
Vor allem gilt es aber für mich und mein Führungsteam, das Vertrauen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Südtiroler Sanitätsbetriebes in die Führungsspitze wieder zurückzugewinnen. Darauf lege ich mein Augenmerk, damit sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wieder vom Betrieb vertreten fühlen und dadurch auch die Betriebsführung die entsprechende Rückendeckung erhält!
Denn eines ist mir wichtig: Wir dürfen den Sinn und das Wesentliche niemals aus den Augen verlieren. Wir und ich als Generaldirektor haben dafür zu sorgen, dass wir der Südtiroler Bevölkerung die bestmögliche gesundheitliche Betreuung, in einer für jede Einzelne und jeden Einzelnen schwierigen persönlichen Situation, zukommen lassen.
Aus diesem Grund gehe ich diese Herausforderung an. Es wird keine leichte Aufgabe sein, aber es ist mir eine Ehre, in Zukunft die entsprechenden Anforderungen gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Südtiroler Sanitätsbetriebes anzugehen. Ich werde meinen vollen Einsatz geben, damit dies gelingen wird. Und ich bin überzeugt, dass dies auch gelingen kann! Das ist meine Motivation! Ich freue mich auf die Herausforderung und bedanke mich bereits jetzt bei allen, die uns dabei unterstützen, insbesondere bei Ihnen, werte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Vielen Dank für Ihre Mithilfe!
Christian Kofler, Generaldirektor
Christian Kofler