„Für jedes Problem gibt es eine Lösung“
Tamara Arif, 28 Jahre alt, leitet im Gesundheitsbezirk Brixen als Koordinatorin das Ökonomats- und pharmazeutische Magazin. Zudem ist sie verantwortlich für den Kurier- und internen Transportdienst. Ihre Mitarbeiter sind zum Großteil gestandene Männer, kein Grund zur Sorge für die junge Chefin.
Tamara wirkt bereits beim ersten Treffen wie ein Sonnenschein: Fröhlich und positiv eingestellt schafft sie es in kurzer Zeit, eine angenehme Gesprächsatmosphäre zu schaffen. Die Tochter serbischstämmiger Eltern arbeitet gerne im Sanitätsbetrieb und möchte dies auch weitergeben: „Ich habe in jungen Jahren eine liebe Person lange gepflegt und somit Krankheit und Leid direkt miterlebt. Einer der Gründe, warum ich im Gesundheitswesen tätig bin, ist jener, dass ich diesem Bereich etwas zurückgeben möchte. Ich möchte den vielen negativen Stimmen etwas entgegenhalten und zeigen, dass man in jedem Aufgabenbereich viel Gutes bewirken kann.“
Diese Motivation führte dazu, dass Tamara – aufgewachsen und wohnhaft in Bozen – nach sechs Monaten im Magazin angeboten wurde, die Koordination zu übernehmen. „Am Anfang war das nicht leicht, denn mein 16-köpfiges Team besteht hauptsächlich aus Männern, lediglich 4 Frauen sind darunter. Ich war die ‚Kleine‘ und meine Jungs waren nicht immer sehr zurückhaltend“, erinnert sich Tamara an die Anfangszeit als Führungskraft zurück. Doch die junge Frau zeigte bald, dass sie sich als „Gleiche unter Gleichen“ fühlt: „Ich springe immer noch ein, wenn Not am Mann oder an der Frau ist. Meine Devise lautet nach wie vor ‚ich bin eine Magazineurin wie ihr‘.“
Ihre Vision von einer Führungskraft ist das Vorangehen, das Vorwärtsbringen des Teams. Dafür musste sie selbst auch wachsen und herausfinden, wie man Menschen führt: „Ich bringe jedem Respekt entgegen und habe großes Vertrauen in mein Team. Natürlich muss man manchmal auch Grenzen aufzeigen, aber ich denke, alles, was man gut begründen kann, klappt auch – für jedes Problem gibt es eine Lösung.
Wichtig ist, dass jemand mit Herz arbeitet, es ist mir dann auch sehr wichtig, dass diese Personen wertgeschätzt werden. Ja, wir operieren vielleicht nicht – aber was wäre, wenn unser Dienst stillstehen würde und kein OPMaterial nach oben geliefert würde?“
Für ihren Job pendelt Tamara täglich mit dem Zug von Bozen nach Brixen, doch sie bereut es nicht, in diesem männlich dominierten Umfeld zu arbeiten: „Anfangs habe ich damit gehadert, doch heute bin ich sehr froh darüber, denn ich empfinde weniger Konkurrenz und mehr Rückhalt, höheren Teamgeist als bei rein weiblichen Teams. Ich habe in der Vergangenheit auch in einem reinen Frauenteam gearbeitet, ich schätze das jetzige Umfeld sehr!“
Für die Koordinatorin ist es klar, was es für das Arbeiten im Südtiroler Sanitätsbetrieb braucht: „Man muss über Empathie, Motivation und Teamgeist verfügen – dann passt alles!“
Sabine Flarer