Triage
Bei der Triage handelt es sich um ein standardisiertes Verfahren zur systematischen Einschätzung Ihrer Behandlungsdringlichkeit in kurzer Zeit. Die Triage ist ein Instrument der Notaufnahme, um bei begrenzten Ressourcen eine dringende Behandlung ohne Zeitverlust einleiten zu können.
Wartezeiten in der Notaufnahme sind unvermeidbar, einerseits weil das Patientenaufkommen nicht planbar ist, anderseits weil die technischen, räumlichen und vor allem personellen Ressourcen begrenzt sind. Dies bedeutet, dass nicht alle Patienten zeitgleich behandelt werden können und auch nicht alle Patienten nach Eintritt in die Notaufnahme untersucht werden können. Aus diesem Grunde ermöglicht die Triage das Erkennen der wirklich kritischen Patienten, die natürlich den anderen weniger kritischen Fällen vorgezogen werden.
Speziell ausgebildetes Krankenpflegepersonal führt die Triage durch. Dabei ermittelt das Krankenpflegepersonal die bestehenden Symptome der Patienten und ordnet diese einem farbkodierten Dringlichkeitskodex aus dem 5-stufigen Manchester Triage System zu.
Die Farbkodexe entsprechen folgenden Kategorien:
- Kodex Rot - sofortige Behandlung: Die Behandlung wird sofort eingeleitet, es besteht eine unmittelbare Lebensgefahr. Meist handelt es sich um Patientinnen oder Patienten, die vom Notarzt bzw. dem Rettungsdienst in die Notaufnahme gebracht werden. Diese Fälle werden im Schockraum behandelt und erfordern meist den Einsatz aller vorhandener Ressourcen. So kann es für andere Menschen oft zu längeren Wartezeiten kommen, da andere Tätigkeiten zu Gunsten dieser Patientinnen und Patienten vorübergehend eingestellt werden müssen. Die Anwesenden im Warteraum werden über eine LED-Anzeige von einem eingetroffenen Notfall informiert und um Geduld gebeten.
- Kodex Orange - Der Patient benötigt dringend medizinische Hilfe, kann aber kurzfristig warten: Bei diesen Patientinnen und Patienten besteht die potenzielle Gefahr, dass eine der Vitalfunktionen ausfallen kann. Sie müssen umgehend, d.h. nach maximal 10 Minuten, einer medizinischen Behandlung zugeführt werden.
Beispiele: respiratorische Insuffizienz, klassischer Thoraxschmerz (retrosternal bzw. Ausdehnung auf Oberbauch, Arme, Hals), offene Frakturen mit Blutverlust und starken Schmerzen, akutes Bluterbrechen oder Bluthusten, Beeinträchtigung der Bewusstseinslage.
- Kodex Gelb - es handelt sich um eine mittlere Dringlichkeit: Dieser Kodex wird Patienten mit schweren Verletzungen oder Krankheiten zugewiesen, welche die Beeinträchtigung einer der 3 wichtigsten Lebensfunktionen (Atmung, Herz- Kreislauf und Nervensystem) zur Folge haben. Die Wartezeit wird dabei so kurz wie möglich gehalten und kann bis zu 60 Minuten betragen.
- Kodex Grün - der Patient benötigt medizinische Hilfe, doch es besteht keine Dringlichkeit: es handelt sich um eine aufschiebbare Dringlichkeit, d.h. die Wartezeit kann 120 Minuten betragen.
Beispiele: Kopfschmerzen, die nicht mit neurologischen Symptomen verbunden sind, Fieber über 38°, abdominelle Koliken, die nicht mit Erbrechen, Durchfall und Schocksymptomatik einhergehen, mittlere Traumen, akute Blutungen und Schocksymptomatik.
- Kodex Blau - es besteht keine unmittelbare Notwendigkeit für eine Behandlung: es handelt sich um Personen, die um Dienstleistungen des Gesundheitssystems ansuchen, die keine Dringlichkeit darstellen und für die normalerweise die Hausärztinnen und Hausärzte zuständig sind. Die Patienten können in der Regel warten, bis Ressourcen verfügbar sind. Die Wartezeit kann bis zu 240 Minuten und mehr betragen. Für die erbrachten Leistungen muss das Ticket bezahlt werden - siehe Selbstkostenbehalt (Ticket). Beispiele: seit Tagen/Wochen anhaltende Rückenschmerzen, anhaltendes leichtes Fieber, Gelenkschmerzen seit einigen Tagen, Verdauungsstörungen usw.
Bitte achten Sie daher auf den Kodex und dessen Bedeutung: Wenn Sie warten müssen, so bedeutet dies, dass es jemandem schlechter geht als Ihnen.
Wir hoffen auf Ihr Verständnis. Danke.