Tiefe Trauer und Mitgefühl nach dem Tod zweier Frühchen in der Neugeborenen-Intensivstation des Krankenhauses Bozen
In den vergangenen Tagen sind zwei extreme Frühgeborene auf der Neugeborenen-Intensivstation des Krankenhauses Bozen an den Folgen einer bakteriellen Infektion verstorben. Der Südtiroler Sanitätsbetrieb reagiert mit großer Betroffenheit und spricht den Familien sein tief empfundenes Mitgefühl aus.
Die Bezirksdirektion und die Leitung der Abteilung sind tief betroffen: „Unsere Gedanken sind bei den betroffenen Familien. Der Verlust eines Kindes ist ein unermesslicher Schmerz, den wir als Team der Neugeborenen-Intensivstation und des gesamten Krankenhauses zutiefst mitfühlen. Wir möchten den Angehörigen unsere aufrichtige Anteilnahme aussprechen und versichern, dass wir ihnen in dieser schwierigen Zeit zur Seite stehen.“
Neben der schwerwiegenden Probleme, die auf die extreme Frühgeburtlichkeit zurückzuführen sind, wurde bei beiden Kindern, die beide ein Geburtsgewicht von weniger als 1.000 Gramm hatten, eine Infektion mit dem Bakterium Serratia marcescens festgestellt. Dies ist ein in der Umwelt weit verbreiteter Keim, der unter anderem in Wasser, Boden, Pflanzen, Tieren und auch beim Menschen vorkommt. Für gesunde Personen ist dieser Keim in der Regel ungefährlich; für sehr kleine Frühgeborene ist die Infektion jedoch potenziell lebensgefährlich.
Im Krankenhaus Bozen wurden und werden alle vorgesehenen Präventionsmaßnahmen angewandt. So sind Prozeduren für die korrekte Handhygiene sowie Standardhygienemaßnahmen implementiert, die vom Personal strikt eingehalten werden. Auch wird routinemäßig einmal wöchentlich bei allen Frühgeborenen ein Screening durchgeführt, bei denen diese auf Keime getestet werden. Trotz all dieser Präventionsmaßnahmen können Fälle nicht hundertprozentig verhindert werden.
In enger Abstimmung mit der Direktion des Südtiroler Sanitätsbetriebes hat das Team der Neugeborenen-Intensivstation weitere Maßnahmen, die über die bereits bestehenden strengen Hygienemaßnahmen hinausgehen, eingeleitet. So wurden etwa Proben von den Händen des Personals genommen sowie eine Umgebungsuntersuchung durchgeführt - sowohl in der neonatologischen Intensivstation als auch in der Neugeborenenstation des Operationsbereichs der Geburtshilfe. Die Ergebnisse aller bisher durchgeführten Tests waren negativ. Außerdem wird die neonatologischen Intensivstation zurzeit schrittweise komplett desinfiziert. Die Neuaufnahme von Hochrisikofrühgeborenen wurde gestoppt. In Absprache mit dem Krankenhaus Santa Chiara in Trient werden alle Schwangeren mit Geburtsbestrebung vor der abgeschlossenen 32. Schwangerschaftswoche dorthin gebracht. Gleichzeitig wird die Neugeborenen-Intensivstation im Bozner Krankenhaus kurzfristig in die Räumlichkeiten der ehemaligen Erwachsenen-Intensivstation übersiedelt. Die Geburtsabteilung, die Intensivmedizin für Erwachsene und alle anderen Abteilungen sind nicht betroffen und arbeiten ohne Einschränkungen weiter. Eine präventive Meldung an die Staatsanwaltschaft Bozen ist ebenfalls erfolgt.
Die Direktion des Südtiroler Sanitätsbetriebes spricht den Familien ebenfalls ihre Anteilnahme aus und betont, dass alles darangesetzt wird, die Ursachen der Infektionen schnellstmöglich abzuklären, weitere Infektionen zu verhindern und die Sicherheit in der Versorgung zu gewährleisten.
Gesundheitslandesrat Hubert Messner: „Der Tod der beiden Frühgeborenen macht uns alle tief betroffen. Ich weiß um die unfassbare Tragik, wenn ein neugeborenes Leben so früh endet und spreche den Familien und Angehörigen mein tief empfundenes Beileid aus. Ich kenne das Team der Neonatologie rund um Primar Alex Staffler und weiß, dass alle sowohl medizinisch als auch menschlich sehr professionell arbeiten. Die notwendigen Schritte, um diese schwierige Situation bestmöglich zu bewältigen, kann ich nur unterstützen. Ich danke allen Beteiligten für ihren Einsatz zum Wohle der Kleinsten.
lr/pas

