Normative und technische Aspekte der Telemedizin im nationalen, grenzüberschreitenden und EU-Raum
Interessante Vorträge sowohl aus dem normativen als auch aus dem technischen Bereich in Bezug auf die Telemedizin gab es bei der Veranstaltung "Telemedizin im nationalen, grenzüberschreitenden und EU-Raum" vom 28.09.2023 in Bozen
Unter Telemedizin versteht man die sichere Übertragung medizinischer Informationen und Daten zur Prävention, Diagnose, Behandlung und anschließend Überwachung von Patienten. Die Einführung der Telemedizin als innovative Organisationsmethode hat unmittelbare Auswirkungen darauf, die Kommunikation zwischen den verschiedenen Akteuren nutzbar und kontinuierlich zu machen und die Anbieter auf einen angemessenen Einsatz von Ressourcen hinzuweisen, die mit Komplikationen verbundenen Risiko zu reduzieren, die Inanspruchnahme von Krankenhausaufenthalten zu reduzieren, Wartezeiten zu verkürzen, Optimierung der Nutzung der verfügbaren Ressourcen. Die Verfügbarkeit zeitnaher und synchroner Informationen bietet auch die Möglichkeit, Gesundheitsprozesse mit dieser Organisationsmethode durch Prozess- und Ergebnisindikatoren zu messen und zu bewerten.
Die Veranstaltung "Telemedizin im nationalen, grenzüberschreitenden und EU-Raum" fand am 28.09.2023 in der Claudiana, dem universitären Ausbildungszentrum für Gesundheitsberufe, in Bozen statt. Sie wurde vom Dienst für Innovation, Forschung und Lehre (IRTS) des Südtiroler Sanitätsbetriebs in Zusammenarbeit mit der Universität Innsbruck und der Universität Pavia organisiert, und umfasste interessante Vorträge in deutscher und italienischer Sprache sowohl aus dem normativen als auch aus dem technischen Bereich von Referenten aus Italien, Östereich und Deutschland.
Die Veranstaltung wurde von den wissenschaftlichen Leitern der Veranstaltung (Prof. Michael Mian vom IRTS, Prof. Peter Hilpold der Universität Innsbruck und Prof. Christina Campiglio von der Universität Pavia) sowie Generaldirektor Dr. Florian Zerzer eröffnet.
Es folgte eine kurze Einführung in das Konzept der Telemedizin in Italien und ein Überblick über die aktuelle Situation in Italien und Südtirol durch Dr. Roberto Silverio (CHIO). Anschließend ging Dr.in Gisela Ernst auf die österreichischen Regelungen zur Telemedizin in europäischer und grenzüberschreitender Perspektive ein. Es folgte ein Betrag von Prof. Giulia Avanzini und der Data Protection Officer Dr.in Filomena Polito zum Thema Telemedizin und Datenschutz. Sie illustrierten dabei die Chancen und Risiken der Sanität 4.0 am Beispiel des neuen Ökosystems der Gesundheitsdaten. Prof. Nicola Rizzo erläuterte dann die Verantwortungsprofile in der (Tele-)Medizin, und Prof. Cristina Campiglio schloss mit ihrem Beitrag zum Thema ärztliche Verantwortung in der grenzüberschreitenden Telemedizin den ersten Teil der Veranstaltung ab.
Der Nachmittag startete mit dem Beitrag von Mag. David Schneeberger zum Thema "Künstliche Intelligenz und Telemedizin". Anschließend stellte Prof. Andreas Polze das Berliner Hasso-Plattner-Institut und seine Aktivitäten im Bereich der Telemedizin vor, einschließlich der Beispielprojekte wie Telemed5000, Fontane sowie einem Bachelorprojekt im Bereich der Telemedizin. Das Projekt Telemed5000 vom Team des HPI dann noch genauer vorgestellt und die Vorteile dieser Plattform zur Fernüberwachung von Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz mit Integration mit der Digitalen Patientenakte erläutert. Abschließend gab es noch eine kurze Einführung in die Grundlagen und Methoden der künstlichen Intelligenz.
Die Veranstaltung kam bei den TeilnehmerInnen sehr gut an und es ist geplant eine solche Veranstaltung künftig in regelmäßigen Abständen zu organisieren, um über aktuelle Themen und innovative Projekte zu informieren und Möglichkeit zum Austausch und Netzwerken zu bieten.
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- Programm der Veranstaltung » [PDF 237 kB]